Ein fataler Fehler der konventionellen Psychometrie wird in dieser Monographie aufgedeckt. Das Prinzip der Einfachstruktur, an dem sich seit den Anfängen der Faktorenanalyse alle Varianten der Rotation extrahierter Faktoren ausgerichtet haben, geht an der empirischen Realität vorbei. Das „Simple Structure“-Prinzip zwingt die Variablen einer multivariaten Untersuchung in ein monokausales Korsett und hindert sie daran, die tatsächlich vorliegende Komplexität latenter Komponenten zu entfalten. Dies ist der Grund, warum faktorenanalytische Ergebnisse durchweg theoretisch fruchtlos blieben und eher Unbehagen als Zufriedenheit mit sich brachten. Mit den später entwickelten konfirmatorischen Verfahren, die am realitätsfremden Ideal der Einfachstruktur festhielten, wurde keine Wende erzielt. Eine Wende aber stellt sich ein, sobald man sich dazu entschließt, bei der Rotation von Faktoren das scheinbar unverzichtbare Prinzip der Einfachstruktur aufzugeben und mehrfaktorielle Komplexität der Variablen unbeschränkt zuzulassen. Dazu dient in der statistischen Praxis das vom Verfasser entwickelte Rotationsverfahren Varimin. Die Ergebnisse von Varimin-Analysen, die in diesem Buch beschrieben werden, übertreffen die Ergebnisse von Einfachstruktur-Analysen (Varimax) an Deutbarkeit, Stabilität, und - scheinbar paradoxerweise – sogar auch an Einfachheit.

Publikationstyp: Monographie

Sparte: Universitätsverlag

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3-86395-013-2 (Print)

URN: urn:nbn:de:gbv:7-isbn-978-3-86395-013-2-7

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