Gemessen an Transportleistungen und Motorisierungsgrad ist Deutschland eigentlich ein Autoland. Dass Deutschland aber auch ein Eisenbahnland ist, zeigt die Leidenschaft, mit der Lokomotivführer-Streiks und Pünktlichkeitsquoten von Zügen öffentlich diskutiert werden. Und vielen liegt die Bahn auch im wahren Wortsinn am Herzen – als nostalgisches Transportmittel von Geschichte und Geschichten, als Spielzeug, Freizeitbeschäftigung und Interessengebiet. Anhand ausgewählter Beispiele setzt sich »Eisenbahn Spielen« aus ethnografisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive mit Aneignungen und Inszenierungen des Schienentransports in populären Kontexten auseinander. Gefragt wird nach dem kindlichen Eisenbahnspiel, nach der Präsentation der Eisenbahn im Museum, nach der Erinnerung an längst demontierte Gleise und nach männlicher Hegemonie im Eisenbahnverein. Vorgestellt werden ein interkulturelles Modellbahn-Bastelprojekt und ein Stück heile Männerwelt, das rund um eine Feldbahnanlage entstanden ist. Und es wird ganz grundsätzlich überlegt, in welchem Verhältnis die Eisenbahn zum schaffenden und spielenden Menschen steht und wie sich die populäre Begeisterung für Schienenverkehrsmittel erklären lässt.

Eisenbahn Journal, 43. Jhg., Februar 2017, S. 12

Publikationstyp: Sammelband

Sparte: Universitätsverlag

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3-86395-214-3 (Print)

URN: urn:nbn:de:gbv:7-isbn-978-3-86395-214-3-5